Traditionelles Okinawa Goju Karate

Das traditionelle Okinawa Goju Karate wurde von Chojun Miyagi (1888 - 1953) aufbauend auf den Lehren von Kanryo Higaonna (1853 - 1917) entwickelt. Okinawa ist eine Insel im östlichen chinesischen Meer und der Ursprung vieler traditioneller Karate Stile. Das Goju Karate zeichnet sich durch harte Techniken (Go) welche direkt den Angriff des Gegners "zerstören", und weiche Techniken (Ju) die in kreisförmigen ausweichenden Bewegungen die Kraft des Gegners "umleiten" aus. Generell sind die Techniken des Goju für den Nahkampf ausgelegt.

 

 

Eine traditionelle Trainingseinheit kann in folgende Bereiche gegliedert werden:

 

Junbi-Undo (Aufwärmen)

 

Hier wird der gesamte Körper von den Zehen startend bis zum Nacken durch entsprechende Übungen auf das Training vorbereitet. Das Herz-Kreislauf System wird angekurbelt, Muskeln und Bänder aktiviert und gedehnt.

  

Hojo-Undo (Krafttraining)

 

Durch Übungen mit dem eigenen Körpergewicht als auch speziellem Equipment (Chi Ishi, Kongoken, etc) wird der Körper gestärkt und die Schnellkraft, Maximalkraft und Kraftausdauer erhöht. 

 

Kihon (Grundtechniken)

 

In diesem Teil des Trainings werden einzelne Techniken (z.B. ein Tritt) statisch am Platz als auch dynamisch, d.h. mit Bewegung des ganzen Körpers, geübt. Das beständige Wiederholen einzelner Techniken als auch ganzer Serien von Techniken führt zu einer Abspeicherung der Bewegungen im Muskelgedächtnis. Somit können in einer gefährlichen Situation unter Streß diese Bewegungsmuster automatisiert und explosiv abgerufen werden. Kihon Training findet alleine als auch mit verschiedenen Partnern statt.

 

Kata (Formen)

 

Kata sind formale Zusammenstellungen von Techniksequenzen und spiegeln die Prinzipien des Goju Karate wider. Somit können die Kata als lebendiges Handbuch des Goju Karate betrachtet werden, welches von einem Meister an seine Schüler weitergegeben wird. Sehr viele Techniken für eine erfolgreiche Selbstverteidigung sind in den Kata enthalten. Es finden sich aber auch viele Prinzipien für ein gesundes langes Leben wie z.B. das richtige Atmen in den Kata. Das Goju Karate umfasst 12 Kata.

 

Ude Tanren (Abhärtung)

 

Das traditionelle Goju Karate legt großen Wert auf die Konditionierung der Trefferflächen des eigenen Körpers wie Knöchel der Faust, Schienbein, Bauchmuskeln, etc. Der Karateka wird über einen langen Zeitraum darauf vorbereitet Treffer nehmen und auch Treffer entsprechend hart ausführen zu können.

 

Bunkai und Kumite (Anwendung in der Selbstverteidigung)

 

Hier werden Angriffe der Selbstverteidigung (z.B. Würgeangriffe) und ihre effiziente Verteidigung trainiert. Goju Karate bietet effektive und wirkungsvolle Techniken zur Verteidigung. Weiters findet in diesem Teil des Trainings auch Sparring mit einem oder mehreren Gegnern statt.